Pétanque-Union Ratingen-Lintorf e.V.
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Meisterschaft Triplette

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Bericht zur Triplette DM in Neckar-Edinghausen

Bericht über die DM- Triplette 2010 in Edingen-Neckarhausen vom 19-20.06.2010

Unsere beiden Jugendspieler Moritz Leibelt und Niklas Flocken hatten sich zusammen mit Bernd Motte vom Bouleverein BC Solingen1992 für die DM als Team NRW 19 qualifiziert.
Die Kombination aus den beiden jüngsten Teilnehmern der DM 2010, zusammen mit einem sehr erfahrenen Boulespieler hatte sich bei der Bezirksmeisterschaft sowie bei der Landesmeisterschaft schon als sehr effektive Mischung für eine Mannschaftsbildung erwiesen.
Am Freitag sind wir nach der ersten Halbzeit vom Fußballspiel Deutschland : Serbien losgefahren, in der Erwartung auf freie Autobahnen. Aber in Ermangelung von freien Plätzen trifft man sich jetzt scheinbar neuerdings zum „Public Hearing“ mit mehren tausend Auto fahrenden Fußballfans auf den Autobahnen. 14 km Stau auf der A3 vor Frankfurt!
Ein großes Tor an der Autobahn für die Autobahnmeisterei mit einem ebenso großen „Gesperrt“ Schild war unsere Rettung und ließ uns nach einem Umweg und ca. 45min. Verspätung in Edingen-Neckarhausen ankommen.

Unser Hotel „Neckarperle“ war ca. 400m von der Bouleanlage entfernt, die Zimmer völlig sauber und ausreichend groß. Herz was will man mehr. Eingecheckt, Sachen aufs Zimmer getragen und ab auf die Turnieranlage bei schönstem BaWü Wetter. Passend zu unserer Sportart war das Erste was man sah……natürlich ein Bierwagen! Doch dahinter versteckte sich eine riesige Turnhalle unter einem Schwimmbad und daneben eine wunderschöne direkt am Neckar gelegene Bouleanlage mit ca. 20 Bahnen, die dem Belag auf den zentralen Lintorfer Plätzen entspricht. Doch zuerst schauten wir uns die Plätze auf der anderen Straßenseite hinter dem Schloss an. 20 Plätze, gleicher Kies wie auf unserem neuen Gelände nur viel dicker vom Belag. Die fehlenden Bahnen befanden sich im Schlosspark auf den öffentlichen Wegen. Knüppelhart, zu den Seiten hin abfallend und an den Rändern teilweise mit Gras bewachsen. „Hoffentlich werden uns diese Bahnen nicht zu gelost“ war unser erster Gedanke. Nachdem wir uns auf den unterschiedlichen Belägen eingespielt hatten, ließen wir den Abend bei einem Essen, dem obligatorischen Fußballspiel im Fernsehen und dem Festlegen des Mannschaftszieles ausklingen. „Wir wollen die Vorrunde überstehen!“ war die einhellige Meinung aller drei Spieler.

Samstag 7.15 Uhr aufstehen, 8.00 Uhr Frühstück, 9.00 Uhr auf der Anlage. Der Bierwagen ist schon gut besetzt, die Kaffeetassen riesig groß und der Kaffee ganz schön wässrig. Oder ist es doch kein Kaffee der von den Sportlern um diese Uhrzeit schon getrunken wird?

Einspielen und dann warten auf die Auslosung.
Endlich, NRW 19 zu BaWü 42, Bay. 4 und Hessen 2.
Na ja, hätte schlimmer kommen können! Aber dafür spielen wir auf den Wegen hinter dem Schloss.
Man kann eben nicht alles haben!

Um 11:00 Uhr heißt der erste Gegner BAWÜ 40. Bernd spielt an Eins, Moritz Mitte und Niklas schießt. Bernd legt sehr konzentriert, Niklas schießt fast fehlerlos und Moritz legt,
egal wie eng das Bild ist, seine Kugeln noch dazu. Das Team geht schnell in Führung und es steht nach kurzer Zeit schon 8:2.
BaWü dreht die Positionen Eins und Zwei und es läuft wie so oft beim Gegner besser. Doch unser Team spielt auf allen drei Positionen einfach zu stark und zu konstant. Der Gegner kommt noch zu Punkten, doch am Ende heißt es deutlich 13:6 für unser Team. Toller Einstand, doch jetzt heißt es die Konzentration halten für Hessen 2. Die liefern sich ein langes spannendes Match mit Bay 4 und so haben wir eine längere Pause. Hessen gewinnt nach fast 2 Stunden und so ist unser nächstes Spiel schon fast ein Endspiel.

Hessen 4 besteht nur aus Frankfurter Spielern aus dem Team der 1. Hessenliga, zudem ist die Spielerin Natascha Sieling Mitglied im DPV Damen B-Seniorenkader.
Die drei Hessen erfüllten auch sofort alle Erwartungen. Das Lintorfer Team wurde direkt unter Druck gesetzt, und trotz guter Leistungen unserer Drei, waren die Hessen immer einen Tick besser. So stand es sehr schnell 0:4 für den Gegner. Konsequenz war, dass Moritz und Bernd und Niklas sich neu und laut selbst motivierten.

Plötzlich legte Bernd die erste Kugel wieder genial, Niklas schoss egal auf welche Entfernung und wie eng es war absolut präzise und Moritz legte sicher dazu. Das ergab die Höchststrafe für Hessen, ein Sechser. In der nächsten Aufnahme holten die Hessen noch mal 2 Punkte, doch unsere Jung´s hatten sich jetzt in einen Rausch gespielt. Es gelang alles, nächste Aufnahme ein Vierer, 10:6 und dann ein Dreier. 13:8. Spiel vorbei, Hessen 4 wusste nicht wie ihnen geschah und unsere Jungs waren natürlich überglücklich.

Kein drittes Spiel, Poule überstanden und ab in die Mittagspause bzw. den anderen Lintorfer Teilnehmern zugeschaut und die Daumen gedrückt. Nach einer Pause im Hotel und dem Mittagessen, warteten wir gespannt auf die Auslosung für das 32. Finale.

Großes Aufatmen, BaWü. 42 hört sich erst einmal gut an aber dieses Team ist bestimmt nicht umsonst in der K.o. Runde. Leider war es genau so wie befürchtet. Gute Platzkenntnisse, gepaart mit einer sicheren und konstanten Leistung ließen den Gegner nach einem zwischenzeitlichen 2:2 schnell in Führung gehen. Der Tireur des Gegners schoss sehr konstant und seine Mitspieler bewegten sich auf gleich hohem Niveau.

BaWü baute seine Führung auch folgerichtig auf 2:8 aus. Zwischenzeitlich gesellte sich unser zweites Team zu den Zuschauern. Bernd, Daniel und Markus hatten gerade Ihr K.o. Spiel im B-Turnier gewonnen und wollten unserem Team jetzt Beistand leisten. Konsequenz aus dem Spielstand war, das Moritz in der nächsten Aufnahme an Eins spielte und Bernd in die Mitte ging. Moritz zeigte sofort warum er im Nationalteam auf der Position des Legers eingesetzt wird.
Zusätzlich gab Bernd der alte Fuchs seinen Mitspielern den Hinweis, das der gegnerische Tireur auf kurzen Distanzen eine schlechte Trefferquote hat. Resultat war ein Fünfer auf 7:8. Leider konterte BaWü mit einem Dreier auf 7:11. Doch auch hier zeigte das Team taktische Finesse und warf die Sau auf die gleiche Stelle wie in der gewonnenen Fünfer-Aufnahme. Wieder kam BaWü mit der Stelle nicht zurecht und das NRW Team machte einen Vierer. Auch in der nächten Aufnahme ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen und der Gegner konnte die von Bernd und Moritz gelegten Kugeln nicht mehr entfernen. Endstand 13:11. Sensationelles Ergebnis, 16tel Finale und das selbst gesteckte Ziel mehr als übertroffen.

Wieder Warten auf die Auslosung. 18:00 Uhr, es steht fest, der Gegner heißt BaWü 4.
Jens-Christian Beck, Armin Hogh und Christan Gross. Gespielt wurde auf den weichen Plätzen hinter dem Schlosspark. Das Einspielen macht Mut. Niklas schießt jede Kugel mit Ansage und auch die Leger zeigen sich in Topform. BaWü kann kommen! Aber scheinbar haben die Drei beim Händeschütteln unserem Tireur allen Mut aus dem Körper gesogen.
In der ersten Aufnahme muss man nur einen Punkt hinnehmen, obwohl der Spielverlauf nach drei Punkten für uns aussah. Doch dann kommt es ganz Dicke, Niklas trifft nichts mehr und gegen einen super starken Tireur Christian Gross, hilft dann auch keine Normalform auf den anderen Positionen mehr.

Ein Zweier, ein Fünfer und ein Vierer. 13:0, Spiel vorbei und hängende Köpfe bei unseren Jung´s. Über dieses Spiel wird noch lange diskutiert, aber eines wird schnell klar gestellt. Ohne die überragenden Schussleistungen von Niklas wäre man in diesem Turnier nie soweit gekommen. Wenn man bedenkt das Niklas erst 2 Jahre spielt und dies seine erste große DM war, hat er ein sensationelles Turnier
gespielt.

Die DM 2010 war für uns vorbei, und der Frust saß tief. Jeder wollte irgendwie nach dem langen Tag seine Ruhe haben. Bei Moritz kam dann auch noch die nicht auskurierte Erkältung
aus Barcelona durch. Er hat mit Fieber nicht mal mehr beim Abendessen etwas gegessen und wollte nur noch schlafen.
Am nächsten Morgen ging es allen wieder besser, auch wenn Moritz gesundheitlich weiter angeschlagen war.
Die Heimfahrt war nach einem guten Frühstück sehr unproblematisch und so waren wir gegen Mittag wieder in Lintorf.
Ich möchte mich abschließend bei Bernd Motte bedanken, der sich bereit erklärt hat mit zwei Jugendspielern diesen Weg zu gehen. Es war ein tolles Erlebnis dieses Team gemischt aus Erfahrung und Jugend zu begleiten. Ich finde wir waren ein toller Repräsentant für unser Bundesland und haben gezeigt was mit einer guten und konstanten Jugendarbeit aber natürlich auch mit etwas Glück in der Auslosung bei einem solchen Turnier möglich ist.

 

Leider muss man aber auch ein paar kritische Worte ammerken.
Trotz der neuen Bestimmungen durch den DPV zum Thema Alkohol und Nikotin war es leider auch eine Veranstaltung des Alkoholkonsumes. Es ist schon bedauerlich wenn eine tolle deutsche Meisterschaft ausgerichtet wird und die Aktiven beim Einspielen oder sogar während der Aufnahmen im Turnier am Weizenglas hängen.
Von der Zigarette die schnell weg geschnippt wird wenn der Schiedsrichter sich nähert, ganz zu schweigen. Hier hätte man sich ein konsequenteres Durchgreifen der Schiedsrichter gewünscht. Das einige Teams keine einheitliche Teamkleidung trugen, schien auch keinen vom DPV wirklich zu interessieren.
Was sollen Eltern denken, die mit ihren Kindern einem der wichtigsten Veranstaltungen dieser Sportart zuschauen. Mit welchen Argumenten soll man Eltern überreden ihre Kinder diesen Sport betreiben zu lassen. Ich denke dass hier Argumente wie z.B. Tradition völlig deplatziert sind. Auch habe ich am Wochenende gehört, es handelt sich doch um eine Sportart die den Körper nicht konditionell belastet. Auch das ist ja wohl nur vorgeschoben. Ich habe noch nie bei einer Fernsehübertragung der Sportschützen, Bogenschützen oder ähnlicher Sportarten jemanden rauchen oder Alkohol trinken sehen.

Wenn der DPV 2012 ein „Jahr der Jugend“ veranstalten möchte, kann es hier seitens des Verbandes aber auch der Landesverbände nur eine konsequente Kehrtwende in diesem Bereich geben um sich glaubwürdig öffentlich darzustellen.
Mit dieser Einstellung vieler Aktiven, wird es leider nie gelingen den Status einer Randsportart zu verlassen, eher reiht man sich bei den Thekensportarten ein.
Schade eigentlich, da besonders dieser Sport so unglaublich viele Argumente beinhaltet eine Familiensportart mit sozialen und integrativen Komponenten zu sein.

Meine letzten Worte gelten dem Veranstalter, der eine wunderbare Veranstaltung in einem wunderschönen Ambiente ausgerichtet hat.

Dirk Leibelt

Bilder zur DM
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